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Nachbarn retten Leben: Die Helfer vor Ort des DRK

Waiblingen, 21. April 2023

An 100 Puppen haben DRK-Ausbilder bei „Rems-Mur schockt“ die Besucher in Erster Hilfe geschult. Die Botschaft: Jeder Mensch kann Leben retten. Für die Laienreanimation und eine Verbesserung der Versorgung der Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen setzen sich Rotes Kreuz und der Verein „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ sowie weitere Partner ein. Ein entscheidender Faktor dabei sind mehr als 200 ausgebildete ehrenamtliche DRK-Kräfte, die bei Notfällen in ihrer Nachbarschaft ausrücken, Leben retten und Menschen vor Folgeschäden bewahren. Ein Gerät ist dabei besonders wichtig.

Stellt man sich die Helfer vor Ort als Punkte auf einer Karte des Rems-Murr-Kreises vor, sie wären über den gesamten Landkreis verteilt. Jeder Punkt steht für einen ausgebildeten Ehrenamtlichen, der in der Nachbarschaft helfen kann. „Bei schwerwiegenden Notfallereignissen wie einem Herz-Kreislauf-Stillstand alarmiert die Integrierte Leitstelle neben Rettungsdienst auch registrierte ehrenamtliche Helfer über Meldeempfänger und Smartphone“, erläutert Sven Knödler, Geschäftsführer des DRK Rems-Murr. Die innovative „FirstAED-App“ erkennt, wer sich in der Nähe einer Notfallstelle aufhält und alarmiert so lange, bis genügend Helfer ausrücken. Die App führt den ausgebildeten Helfer zielgerichtet zum Notfallort. „Im Rems-Mur-Kreis sind wir sehr gut aufgestellt“, sagt Knödler. „Landesweit kommt ein Helfer vor Ort auf rund 4400 Einwohner. Bei uns kommt ein Helfer auf 2200 Einwohner.“

Im Notfall können Minuten über Leben oder Tod entscheiden. Die Ehrenamtlichen treffen im Durchschnitt innerhalb von fünf Minuten am Notfallort ein. „Dies reduziert beispielsweise die Wahrscheinlichkeit bei längerer Bewusstlosigkeit Folgeschäden zu erleiden erheblich“, erklärt Knödler, der selbst als Helfer vor Ort aktiv ist. Im ländlichen Raum sind die Anfahrtswege für den Rettungsdienst länger. Das macht ausgebildete Ersthelfer so wertvoll, die in sechs von zehn Fällen vor dem Rettungsdienst eintreffen. Sie führen lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch und betreuen die Patienten. Wichtig ist ihre Ausrüstung. Für den plötzlichen Herztod ist häufig Kammerflimmern verantwortlich, das durch einen unmittelbaren Elektroschock gestoppt werden kann. Hier kommen automatisierte externe Defibrillatoren zum Einsatz. „Wird früh mit der Reanimation begonnen, verdoppelt oder vervierfacht sich die Überlebenswahrscheinlichkeit“, sagt Sven Knödler. Das nützt im Notfall allen Menschen im Kreis. „Würde es die Helfer vor Ort nicht geben, man müsste sie erfinden.“

Die Helfer vor Ort sind in der Regel speziell ausgebildete Mitglieder der 25 DRK-Bereitschaften im Kreis. 2022 wurden sie zu 1576 Einsätzen alarmiert. Das ist eine Verdreifachung seit 2015 und zeigt, wie wertvoll ihr Dienst ist. Dank zahlreicher Großspenden konnten 2020 alle Helfer vor Ort mit einem Defibrillator ausgestattet werden. Da das DRK regelmäßig neue Helfer ausbildet, erst Mitte April wurden sieben neue Ersthelfer ausgebildet, ist die Spendensumme mittlerweile ausgeschöpft. „Wir benötigen wieder neue Defis“ sagt Sven Knödler. „Um das hohe Maß an Professionalität zu erreichen, sind Ausbildungen, Fortbildungen sowie viele Dienstabende und Übungen notwendig. Das leisten unsere Ehrenamtlichen unter der Woche und meist nach acht Stunden Arbeit“, erläutert Sven Knödler. Ein Defibrillator kostet mehr als 1000 Euro. „Das ist viel Geld für unsere Ortsvereine, die sich über Spenden, Fördermitglieder und eigene Aktionen finanzieren. Ich freue mich, wenn uns viele Menschen als aktive Helfer oder mit Spenden unterstützen, damit wir weiterhin unsere Lebensretter mit einem Defibrillator ausstatten und Leben retten können.“

Eine weitere Besonderheit gibt es im Rems-Murr-Kreis. Dank DRK-Mitarbeiter Thomas Brucklacher sind in einem „Defi-Netz“ fast 400 Defibrillatoren erfasst. Wer einen Notruf tätigt, kann von den Disponenten der Integrierten Leitstelle zielgenau zu einem Defi geführt werden und damit reanimieren. „Helfer vor Ort, Laienreanimation und Defi-Netz: Diese drei Faktoren sorgen dafür, dass die Menschen im Landkreis im Falle einer Herz-Kreislauferkrankungen bessere Überlebenschancen haben“, sagt Sven Knödler, der dem Kardioverein „Gemeinsam gegen Herzinfarkt“ für sein Engagement dankt. Er dankt auch den Ehrenamtlichen, darunter zahlreiche Mitarbeiter der Notfallrettung.

„Egal ob Krankenschwester, Handwerker oder BWLer: Jeder Mensch kann Leben retten“, hält Sven Knödler fest – als engagierte Laien oder ausgebildete Helfer vor Ort. „Nicht in jeder Gemeinde kann eine Rettungswache stehen. Aber in jedem Ort kann es Nachbarn geben, die Leben retten.“ Knödler berichtet über eine Zeitungsannonce. „Danke für die Lebensrettung meines Mannes und unseres Papas“ steht dort. „Das ist das, was uns Rotkreuzler antreibt!“

Der Kreisverband Rems-Murr e.V. freut sich über Spenden auf das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Waiblingen. IBAN: DE88 6025 0010 0000 1102 20 BIC: SOLADES1WBN Stichwort „Helfer vor Ort“

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